Der Messbefund gab den Ingenieuren einen konkreten Ansatz.
Das Ergebnis war eine gezielte Korrektur, die sich an der realen EV/EVSE-Paarung überprüfen ließ. Der folgende Ablauf zeigt den Weg vom beobachteten Ladeabbruch bis zum erneuten Ladetest.
1 · Ausgangslage
Eine Fahrzeug-Ladestations-Paarung genauer untersuchen.
Ein EVSE-Hersteller (EVSE: Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge bzw. Ladestation) untersuchte seit sieben Monaten Ladebeschwerden mit einem bestimmten Fahrzeug. Die Aufgabe war, das relevante Verhalten dieser realen Paarung zu bestimmen und den Ingenieuren des Kunden eine Grundlage für eine gezielte Korrektur zu geben.
Bei einem Vor-Ort-Termin schloss ein comemso-Produktspezialist das vorbereitete EVCA-Multi-Mobile-System an und zeichnete einen Ladeversuch auf. Kommunikation, Spannung und Strom wurden damit Teil derselben Untersuchung.
2 · Geprüfte Vermutung
Konnte das Kommunikationstiming den Ladeabbruch erklären?
Das Kommunikationstiming wurde als mögliche Ursache betrachtet. Im aufgezeichneten Ladeversuch war es unauffällig. Für diesen Versuch konnte der Spezialist die vermutete Ursache deshalb ausschließen und sich auf die elektrische Reaktion konzentrieren.
Dieser Befund gilt für die betrachtete Aufzeichnung. Er schließt Timingprobleme in anderen Ladevorgängen nicht aus.
3 · Entscheidende Beobachtung
Angeforderte Spannung und gemessene Precharge-Reaktion passten nicht zusammen.
In comframe verglich der Spezialist die vom Fahrzeug angeforderte Batteriespannung mit der gemessenen EVSE-Spannungsreaktion beim Vorladen, auch Precharge genannt. Das Vorladen bereitet die Spannung vor dem Schließen der Hauptleistungsverbindung vor. Anforderung und gemessene Reaktion stimmten nicht überein.
Die gemeinsame Betrachtung von Spannung, Strom und kommunizierten Werten machte diesen Zusammenhang sichtbar. Eine Kommunikationsaufzeichnung ohne elektrische Messungen hätte ihn nicht gezeigt.
Die Aufzeichnung wurde von einem erfahrenen Produktspezialisten ausgewertet, der auch Produktschulungen durchführte. Die Analyse erfolgte durch eine Person; es handelte sich nicht um eine automatische Diagnose.
4 · Prüfentscheidung
Die Ingenieure des Kunden passten die EVSE-Regelparameter an.
Der Messbefund lenkte die Korrektur auf die Precharge-Reaktion der Ladestation. Die Ingenieure des Kunden passten die EVSE-Regelparameter an und luden die geänderte Software.
Die genauen Parameterwerte werden im Kundenbericht nicht offengelegt. Dokumentiert sind der Ansatzpunkt der Korrektur und die anschließende Prüfung.
5 · Bestätigtes Ergebnis
Ein erneuter Ladetest bestätigte die Korrektur für diese Paarung.
Nach dem Laden der geänderten Software wiederholte das Team den Ladetest mit dem untersuchten Fahrzeug und der Ladestation. Dieser Wiederholungstest bestätigte die Korrektur für die konkrete Paarung.
Das Ergebnis ist ein Nachweis für das geprüfte EV/EVSE-Paar. Es ist keine Aussage zur Kompatibilität einer gesamten Fahrzeugflotte und ersetzt keine weiteren Interoperabilitäts- und Regressionstests.
6 · Übertragbare Methode
Anforderung, Messwert und nächsten Zustand gemeinsam bewerten.
Bei der Prüfung der Ladeinteroperabilität ist entscheidend, ob das gemessene elektrische Verhalten im selben Versuch zur kommunizierten Anforderung passt. Eine gemeinsame Zeitleiste hilft Ingenieuren, diese Beobachtungen zu verbinden und die nächste Prüfung festzulegen.
In diesem Fall führte der Weg über die Aufzeichnung der realen Paarung, die Prüfung der Timingvermutung, den Spannungsvergleich und die Anpassung der Regelparameter zum erneuten Ladetest. Dieser Ablauf dient der Untersuchungsplanung. Andere Fehler können andere Ursachen haben und mehr Analysezeit benötigen.
Zum Termin gehörten Anschluss, Aufzeichnung, Analyse und Überprüfung.
Scrollen Sie die Tabelle auf kleinen Bildschirmen horizontal, um alle Spalten zu sehen.
| Phase | Zeit | Enthaltene Arbeiten |
|---|---|---|
| Vorbereitetes System anschließen | Bis zu 5 min | Laptop-, Ethernet/CAN-, EV- und EVSE-Anschlüsse |
| Ladeversuch aufzeichnen | 1–2 min | Messung der realen Paarung |
| Aufzeichnung auswerten | Etwa 3 min | Menschliche Analyse in comframe durch den Produktspezialisten |
| Regelparameter korrigieren | Etwa 10 min | Softwareanpassung durch die Ingenieure des Kunden |
| Laden und überprüfen | Mehrere zusätzliche Minuten | Softwareübertragung und erneuter Ladetest |
Dies sind Schätzungen, keine Stoppuhrmessungen. Drei Minuten beschreiben die Analyse nach der Aufzeichnung, nicht die gesamte Zeit für Anschluss, Messung und Fehlerbehebung. Dieser Wiederholungstest ist ein Nachweis für die beobachtete Paarung, keine Aussage zur Kompatibilität einer gesamten Fahrzeugflotte.
Ein Gerät, im Feld und im Labor.
Der Kunde erwarb EVCA Multi Mobile und eine kompakte bidirektionale DC-Quelle/-Last mit 3 kW. Derselbe Analysator unterstützt Feldmessungen und entsprechend konfigurierte EV-Simulationsaufgaben im Labor.

Die Leistungsangabe von 3 kW gehört zu dieser externen Laborquelle/-last. Sie beschreibt nicht die Nennleistung jeder Multi-Mobile-Konfiguration für Feldmessungen. Spannung, Strom, Leistung und Einschaltdauer müssen gemeinsam betrachtet werden.
Quelle und Aussageumfang des Berichts
Quelle: von comemso bereitgestellter anonymisierter Kundenbericht. Die zugrunde liegenden Messdaten werden intern aufbewahrt und hier nicht veröffentlicht. Die genauen Parameterwerte werden nicht offengelegt.