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Ratgeber · Wallbox testen

Wallbox testen und prüfen: der Leitfaden für Elektrofachkräfte

Messungen nach DIN VDE 0100-600, Prüffristen nach DGUV Vorschrift 3, Funktionsprüfung ohne Auto und das Prüfprotokoll – Schritt für Schritt.

Wallbox testen: die Kurzantwort

Eine Wallbox wird vor der ersten Inbetriebnahme, nach jeder Reparatur und in festen Abständen geprüft. Das Ziel ist der Nachweis, dass sie elektrisch sicher ist und im Fehlerfall abschaltet. Eine normale Steckdosenmessung reicht dafür nicht aus. Ohne angeschlossenes Fahrzeug gibt die Wallbox keine Spannung auf den Ladestecker. Sie brauchen deshalb einen Prüfadapter oder einen Wallbox-Tester, der ein Elektroauto simuliert.

So testen Sie eine Wallbox in 6 Schritten:

  • Sichtprüfung: Gehäuse, Ladekabel, Stecker, Zuleitung und Kennzeichnung auf Schäden prüfen.
  • Schutzleiter messen: Durchgängigkeit und niedriger Widerstand des Schutzleiters (RPE).
  • Isolationswiderstand messen: zwischen den aktiven Leitern und gegen PE (RISO).
  • Abschaltung prüfen: Schleifenimpedanz (ZS) und Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD bzw. DC-Fehlerstromerkennung).
  • Funktion prüfen: Fahrzeug simulieren, Ladevorgang starten, Fehler wie Schutzleiterunterbrechung oder CP-Kurzschluss einspielen und kontrollieren, ob die Wallbox abschaltet.
  • Prüfprotokoll erstellen: Messwerte, Grenzwerte, Ergebnis und Prüfer dokumentieren.

Die Prüfung ist Aufgabe einer Elektrofachkraft. Dieser Leitfaden erklärt jeden Schritt, die geltenden Normen, sinnvolle Prüffristen und die Wahl des passenden Prüfgeräts.

Wann muss eine Wallbox geprüft werden?

Es gibt drei Anlässe: die Erstprüfung vor der Inbetriebnahme, die Wiederholungsprüfung in festen Abständen und die Prüfung nach Änderung oder Reparatur.

Erstprüfung. Jede neu installierte Wallbox wird vor der Übergabe nach DIN VDE 0100-600 geprüft. Dazu gehören Besichtigen, Erproben und Messen. Erst mit dem Prüfprotokoll ist die Anlage dokumentiert übergeben.

Wiederholungsprüfung. Im gewerblichen Umfeld ist die Wallbox Teil der ortsfesten elektrischen Anlage. Nach DGUV Vorschrift 3, § 5, muss der Unternehmer sie in bestimmten Zeitabständen prüfen lassen. Die Fristen legt er selbst fest, so dass die Anlage bis zur nächsten Prüfung sicher verwendet werden kann (BetrSichV § 3 Abs. 6). Die Durchführungsanweisungen zur DGUV Vorschrift 3 nennen dafür Richtwerte:

PrüfobjektRichtwertPrüferGrundlage
Elektrische Anlage und ortsfeste Betriebsmittel (Wallbox, Zuleitung)4 JahreElektrofachkraftDGUV V3, Durchführungsanweisung, Tabelle 1A
Fehlerstrom-Schutzschalter in stationären Anlagen: Prüftaste betätigen6 MonateBenutzerDGUV V3, Durchführungsanweisung, Tabelle 1A
Ortsveränderliche Betriebsmittel (z. B. Mode-3-Ladekabel)nach Gefährdungsbeurteilung; Richtwerte nach EinsatzbereichElektrofachkraftDGUV V3, Tabelle 1B; Prüfung nach DIN EN 50699 (VDE 0702)
Privat genutzte Wallboxkeine Pflicht aus DGUV V3 (gilt nur für Unternehmen)ElektrofachkraftEmpfehlung: an den 4 Jahren orientieren

Die Richtwerte gelten für normale Betriebs- und Umgebungsbedingungen. Die Elektrofachkraft kann kürzere Fristen festlegen, etwa bei öffentlich zugänglichen Ladepunkten mit vielen fremden Nutzern oder bei rauer Umgebung. Hersteller dürfen für die RCD-Prüftaste abweichende Fristen angeben (DGUV, Fachbereich ETEM). Die Tabellen sind abgedruckt in der DGUV Information 203-050.

Nach Änderung oder Reparatur. Nach einem Tausch von Bauteilen, einer Änderung der Zuleitung oder einem Fehlerfall wird die Wallbox erneut geprüft. Sinnvoll ist auch ein Test nach größeren Firmware-Updates, weil sich dabei das Ladeverhalten ändern kann.

Normen und Vorschriften im Überblick

Für den Wallbox-Test sind vor allem drei Regelwerke maßgeblich: DIN VDE 0100-600 für die Erstprüfung, DIN VDE 0105-100 mit der DGUV Vorschrift 3 für die Wiederholungsprüfung und IEC 61851-1 für das Ladeverhalten.

Regelwerk (Ausgabe)Was es regeltRelevant für
DIN VDE 0100-722:2019-06Errichten der Stromversorgung von Elektrofahrzeugen: Schutzeinrichtungen je Anschlusspunkt, Fehlerstrom- und ÜberstromschutzPlanung, Installation
DIN VDE 0100-600:2017-06Prüfungen neuer Anlagen: Besichtigen, Erproben, MessenErstprüfung
DIN VDE 0100-410:2018-10Schutz gegen elektrischen Schlag, AbschaltbedingungenInstallation, Messung
DIN VDE 0105-100/A1:2017-06Betrieb elektrischer Anlagen, Änderung A1: wiederkehrende PrüfungenWiederholungsprüfung
DGUV Vorschrift 3Pflicht des Unternehmers, Anlagen vor Inbetriebnahme und in Zeitabständen prüfen zu lassengewerbliche Wallboxen
BetrSichV § 3Gefährdungsbeurteilung, Festlegung der Prüffristen durch den Arbeitgebergewerbliche Wallboxen
DIN EN IEC 61851-1 (VDE 0122-1):2019-12Konduktive Ladesysteme: Anforderungen an die Ladeeinrichtung, CP- und PP-SignalFunktionsprüfung
DIN EN IEC 61557-1 (VDE 0413-1):2025-09Anforderungen an Geräte zum Prüfen und Messen von SchutzmaßnahmenWahl des Prüfgeräts
DIN EN 50699 (VDE 0702):2021-06Wiederholungsprüfung elektrischer GeräteLadekabel
ISO 15118-2 / -20Digitale Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladepunkt (PLC)Kommunikationsprüfung
VDE-AR-N 4100Anschluss an das Niederspannungsnetz; Anmeldung beim Netzbetreiber immer, über 12 kVA Zustimmung nötigInstallation

Jeder Anschlusspunkt braucht einen eigenen Fehlerstromschutz mit höchstens 30 mA. Dafür gibt es zwei zulässige Lösungen: einen RCD Typ B oder einen RCD Typ A bzw. Typ F zusammen mit einer DC-Fehlerstromüberwachung (RDC-DD) nach IEC 62955. Ein RCD Typ B ist also nicht grundsätzlich Pflicht. Das bestätigt die zuständige Normungsorganisation in der DKE-FAQ zu DIN VDE 0100-722 (Fragen 1, 4 und 6).

Die Messungen Schritt für Schritt

Die elektrische Sicherheitsprüfung umfasst sechs Messungen, die netzseitig (Zuleitung) und fahrzeugseitig (Ladestecker) durchgeführt werden. Die fahrzeugseitigen Messungen gelingen nur mit einem Adapter oder Tester, der ein Fahrzeug simuliert.

MessungWas geprüft wirdBestanden wennGrundlageMit Easy Chester Micro
SichtprüfungSchäden an Gehäuse, Kabel, Stecker; Kennzeichnung; Schutzeinrichtung passend zur Wallboxkeine MängelDIN VDE 0100-600 (Besichtigen)Fotos im Prüfbericht (Wartungspaket)
Schutzleiterwiderstand (RPE)durchgängiger, niederohmiger SchutzleiterWert plausibel zu Länge und Querschnitt der LeitungDIN VDE 0100-600netz- und fahrzeugseitig, Prüfstrom 200 mA oder 25 A
Isolationswiderstand (RISO)Isolation zwischen aktiven Leitern und gegen PEmindestens 1 MΩ bei 500 V Messspannung (Tabelle 6.1)DIN VDE 0100-600netz- und fahrzeugseitig, 250 / 500 / 750 / 1.000 V
Schleifenimpedanz (ZS)Abschaltung der Sicherung im FehlerfallAbschaltbedingung erfülltDIN VDE 0100-410, -600netzseitig
Fehlerstrom-Schutz (tRCD)Auslösestrom und Auslösezeit des RCD bzw. der DC-Fehlerstromerkennunginnerhalb der Grenzwerte der RCD-ProduktnormDIN VDE 0100-600, DIN EN IEC 61851-16 / 30 / 100 / 300 mA, je Phase L1–L3
DrehfeldPhasenfolge bei dreiphasigem AnschlussPhasenfolge korrektDIN VDE 0100-600 (Erproben)netz- und fahrzeugseitig
Restspannung (UOFF)Spannung am Stecker nach dem Trennenunter 30 V (AC) in weniger als 1 sVDE 0113-1fahrzeugseitig

Gerätefunktionen und Normbezüge nach dem Datenblatt Easy Chester Ultimate. Maßgeblich sind immer die Grenzwerte im Normtext und die Herstellerangaben der Wallbox.

Netzseitig oder fahrzeugseitig? Netzseitig prüfen Sie die Installation bis zur Wallbox. Fahrzeugseitig prüfen Sie, was am Ladestecker ankommt, also die Schutzmaßnahmen durch die Wallbox hindurch. Erst beide Seiten zusammen zeigen, ob ein Fehler im Fahrzeug sicher abgeschaltet würde.

Funktionsprüfung: Wallbox testen ohne Auto

Die Funktionsprüfung zeigt, ob die Wallbox korrekt lädt und bei einem Fehler zuverlässig abschaltet. Ein echtes Fahrzeug ist dafür ungeeignet, weil es keine Fehler gezielt erzeugen kann. Ein Wallbox-Tester simuliert deshalb das Fahrzeug über das CP-Signal (Control Pilot) und den PP-Widerstand (Proximity Pilot) nach IEC 61851-1.

Fahrzeugzustände nach IEC 61851-1. Die Wallbox erkennt den Zustand des Fahrzeugs an der Spannung auf der CP-Leitung:

ZustandBedeutungCP-Spannung (Nennwert)
Akein Fahrzeug angeschlossen+12 V
BFahrzeug angeschlossen, lädt nicht+9 V
CFahrzeug lädt+6 V
DFahrzeug lädt und fordert Belüftung an (in der Praxis kaum genutzt)+3 V
EFehler, z. B. Kurzschluss CP–PE0 V
FLadestation nicht verfügbar−12 V

Die Nennwerte gelten mit Toleranz. Die Ladestation muss sie mit ± 0,7 V einhalten, das Fahrzeug muss Werte innerhalb von ± 1 V akzeptieren. Ein Wallbox-Tester simuliert das Fahrzeug und bewertet deshalb mit ± 1 V. Geprüft wird, ob ein Fahrzeug den Wert als zulässig erkennen würde. Eine Konformitätsprüfung der Ladestation nach der Norm ist das nicht. Grundlage: DIN EN IEC 61851-1 (VDE 0122-1):2019-12, Anhang A (Control-Pilot-Funktion).

Fehlersimulation. Während eines laufenden Ladevorgangs werden typische Fehler eingespielt. Bestanden ist der Test, wenn die Wallbox den Ladevorgang beendet:

  • Unterbrechung des Schutzleiters (PE)
  • Kurzschluss auf der CP-Leitung
  • Kurzschluss oder Unterbrechung der PP-Leitung – nur bei Wallboxen mit Ladesteckdose (Typ 2, Fall B nach DIN EN IEC 61851-1). Dort erkennt die Wallbox über den Widerstand zwischen PP und PE, ob ein Ladekabel steckt und welchen Strom es tragen darf (Anhang B).
  • Optional: Isolationsfehler zwischen einer Phase (L1, L2, L3) und PE mit 2,5 kΩ, eingespielt 5 Sekunden nach Ladebeginn

PP-Fehler und fest angeschlagenes Kabel. Hat die Wallbox ein fest angeschlagenes Ladekabel (Fall C), muss sie die PP-Leitung nicht auswerten: Den PP-Kontakt im Ladestecker nutzt das Fahrzeug. Lädt eine solche Wallbox bei einem PP-Fehler weiter, ist das kein Mangel. Bei Typ-1-Steckern nach SAE J1772 (Nordamerika) meldet der Proximity-Kontakt mit dem Schalter im Stecker vor allem dem Fahrzeug, dass entriegelt wird; ob eine Ladestation ihn zusätzlich auswertet, hängt vom Gerät ab. Maßgeblich ist in beiden Fällen die Herstellerangabe der Wallbox.

Ladetest. Zum Schluss läuft ein realer Ladevorgang. Der Tester misst Spannung und Strom und zeigt die maximale Ladeleistung der Wallbox. So wird sichtbar, ob die eingestellte Ladestromgrenze stimmt.

Mehr zum Testen ohne Fahrzeug: Ladestation ohne Fahrzeug testen.

Welches Prüfgerät brauche ich zum Wallbox testen?

Die Wahl hängt davon ab, wie viele Ladepunkte Sie prüfen und ob Sie nur die Funktion oder auch die elektrische Sicherheit nachweisen müssen. Es gibt drei Geräteklassen.

GeräteklasseWas sie kannWas fehltGeeignet für
Simulationssteckersimuliert Fahrzeugzustände über CP und PP, zeigt an, ob die Wallbox Spannung freigibtkeine Sicherheitsmessungen, kein Prüfprotokollschneller Funktionscheck, Fehlersuche
Prüfadapter + Installationstestervollständige Messungen nach DIN VDE 0100-600 über den Adapterzwei Geräte, Fehlersimulation und Ladetest nur eingeschränkt, Protokoll oft manuell zusammengeführtElektrobetriebe mit wenigen Wallbox-Prüfungen
All-in-One-Wallbox-TesterSicherheitsmessungen netz- und fahrzeugseitig, Fehlersimulation, Ladetest und Kommunikation in einem Ablauf mit einem Berichthöhere AnschaffungskostenService-Teams, Betreiber und Prüfdienstleister mit vielen Ladepunkten

Easy Chester Micro als Wallbox-Tester. Der Easy Chester Micro von comemso gehört zur dritten Klasse. Er führt die Sicherheitsprüfungen auf Netz- und Fahrzeugseite durch: Isolationswiderstand, Schutzleiterwiderstand, Fehlerstrom-Schutz, Schleifenimpedanz, Drehfeld und Restspannung. Dazu kommen Fehlersimulation, Ladetest und die Kommunikationsprüfung nach ISO 15118-2. Die Ergebnisse landen in einem PDF-Prüfbericht mit Bewertung BESTANDEN oder NICHT BESTANDEN.

Wer auch DC-Ladepunkte prüft, greift zum Easy Chester Ultimate. Er deckt dieselben AC-Prüfungen ab und ergänzt CCS-, CHAdeMO- und NACS-Schnellladepunkte.

Das Prüfprotokoll

Ohne Protokoll gilt eine Wallbox als nicht geprüft. Es ist der Nachweis gegenüber Betreiber, Berufsgenossenschaft und Versicherung und die Grundlage für die nächste Wiederholungsprüfung.

Diese Angaben gehören hinein:

  • Anlass der Prüfung: Erstprüfung, Wiederholungsprüfung oder Prüfung nach Reparatur
  • Betreiber, Standort und eindeutige Kennung des Ladepunkts
  • Hersteller, Typ, Seriennummer und Firmware-Stand der Wallbox
  • Art und Bemessungsstrom der Schutzeinrichtungen (Sicherung, RCD-Typ)
  • Ergebnis der Sichtprüfung, gefundene Mängel
  • Alle Messwerte mit Grenzwert und Bewertung
  • Ergebnis von Fehlersimulation und Ladetest
  • Verwendetes Prüfgerät mit Seriennummer und Kalibrierdatum
  • Gesamtergebnis, Datum, Name und Unterschrift der Elektrofachkraft
  • Termin der nächsten Prüfung

Automatisch erstellt. Der Easy Chester Micro erzeugt den Bericht als PDF mit Logo, Adressfeldern und Kommentaren. Er enthält die Messwerte mit Erläuterung, die Kommunikationsschritte, die maximale Ladeleistung und die MAC-PLC-Adresse. Mit dem Wartungspaket kommen der Prüfort per GPS und Fotos der Sichtprüfung hinzu.

Checkliste: Eine Checkliste für Sichtprüfung, Funktionsprüfung und Messungen enthält unser kostenloser Leitfaden zur Prüfung von Ladestationen.

Häufige Fehler beim Wallbox-Test

Die meisten Mängel liegen nicht in der Wallbox selbst, sondern in der Installation davor.

  • Falscher Fehlerstromschutz: Ein RCD Typ A vor einer Wallbox ohne DC-Fehlerstromüberwachung (RDC-DD). Zulässig sind nur RCD Typ B oder Typ A/F mit RDC-DD.
  • Kein eigener Fehlerstromschutz je Ladepunkt: DIN VDE 0100-722 verlangt für jeden Anschlusspunkt einen RCD mit höchstens 30 mA. Ein gemeinsamer RCD vor mehreren Ladepunkten reicht nicht.
  • Falsche Phasenfolge: Bei dreiphasigem Anschluss führt eine vertauschte Phasenfolge zu Problemen beim Laden.
  • Spannungsfall auf langen Zuleitungen: Häufig bei Stellplätzen weit vom Verteiler entfernt.
  • Nur netzseitig gemessen: Ohne fahrzeugseitige Messung bleibt unentdeckt, ob die Schutzmaßnahmen am Ladestecker wirken.
  • Keine Fehlersimulation: Die Wallbox lädt zwar, schaltet aber bei PE-Unterbrechung oder CP-Fehler nicht ab.

Grundlage für die ersten beiden Punkte: DKE-FAQ zu DIN VDE 0100-722, Fragen 4 und 6.

Was kostet es, eine Wallbox zu testen?

Die Kosten hängen davon ab, ob Sie einen Dienstleister beauftragen oder selbst prüfen. Dienstleister kalkulieren meist pro Ladepunkt plus Anfahrt; bei mehreren Ladepunkten an einem Standort sinkt der Preis je Punkt. Rahmenverträge für wiederkehrende Prüfungen sind üblich.

Für Elektrobetriebe und Betreiber mit vielen Ladepunkten lohnt sich ein eigener Wallbox-Tester. Entscheidend ist der Zeitaufwand je Prüfung: Ein Gerät, das Messungen, Fehlersimulation und Protokoll in einem Ablauf erledigt, spart gegenüber Adapter, Installationstester und manuellem Protokoll mehrere Arbeitsschritte.

Kann ich meine Wallbox selbst testen?

Als Privatperson dürfen Sie nur die Prüftaste des RCD betätigen und die Wallbox auf sichtbare Schäden kontrollieren. Messungen an der Anlage sind Aufgabe einer Elektrofachkraft.

Was Sie selbst tun können:

  • Prüftaste des Fehlerstrom-Schutzschalters regelmäßig drücken. Löst er nicht aus, sofort den Elektrobetrieb informieren.
  • Ladekabel und Stecker auf Brüche, Verfärbungen und Schmorstellen ansehen.
  • Auf Fehlermeldungen der Wallbox-App oder Statusanzeige achten.

Suchen Sie einen Wallbox-Vergleich für den Kauf? Dann helfen Produkttests von Verbraucher- und Automobilmagazinen. Dieser Leitfaden richtet sich an Fachbetriebe, die eine installierte Wallbox prüfen.

Ausblick: Kommunikation prüfen nach ISO 15118

Künftig gehört zum Wallbox-Test auch die digitale Kommunikation. Mit der EU-Verordnung AFIR gewinnt die leitungsgebundene Kommunikation nach ISO 15118 an AC-Ladepunkten an Bedeutung. Sie läuft über Powerline Communication (PLC) auf der CP-Leitung.

Geprüft wird, ob der Ladepunkt die PLC-Verbindung aufbaut und den Kommunikationsablauf korrekt durchläuft. Ein wichtiger Messwert ist die Dämpfung (Attenuation) aus dem Verbindungsaufbau nach ISO 15118-3. Eine auffällig hohe Dämpfung weist auf einen beeinträchtigten Signalweg hin.

Der Easy Chester Micro baut die Kommunikation nach ISO 15118-2 mit EIM-Authentifizierung nativ auf, ohne externen Protokollkonverter. Er dokumentiert die Kommunikationsschritte und den Attenuation-Wert im Prüfbericht. Die Erweiterung auf ISO 15118-20 ist für Q1/2027 geplant. Eine vollständige AFIR-Konformitätsprüfung ersetzt das nicht; TLS-geschützte Ladevorgänge liegen außerhalb des Micro-Umfangs.

Häufige Fragen zum Wallbox testen

Wie teste ich eine Wallbox?

Sichtprüfung, dann Schutzleiter, Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und Fehlerstrom-Schutz messen. Danach Fahrzeug simulieren, Fehler einspielen, Ladetest durchführen und alles im Prüfprotokoll festhalten.

Kann ich eine Wallbox ohne Auto testen?

Ja. Ein Wallbox-Tester oder Prüfadapter simuliert das Fahrzeug über CP- und PP-Signal. Erst dadurch gibt die Wallbox Spannung frei und lässt sich fahrzeugseitig messen.

Welches Messgerät brauche ich zum Wallbox testen?

Für einen reinen Funktionscheck reicht ein Simulationsstecker. Für die Prüfung nach DIN VDE 0100-600 brauchen Sie einen Installationstester mit Prüfadapter oder einen All-in-One-Wallbox-Tester wie den Easy Chester Micro.

Wie oft muss eine Wallbox geprüft werden?

Das legt der Betreiber in seiner Gefährdungsbeurteilung fest. Die DGUV Vorschrift 3 nennt für ortsfeste Anlagen einen Richtwert von 4 Jahren und für die RCD-Prüftaste 6 Monate. Bei öffentlichen Ladepunkten oder rauer Umgebung sind kürzere Fristen sinnvoll. Für private Wallboxen gibt es keine Pflicht.

Wer darf eine Wallbox prüfen?

Eine Elektrofachkraft mit geeigneten Messgeräten. Bei gewerblichen Anlagen muss der Unternehmer sie zusätzlich als befähigte Person für die Prüfung benannt haben (TRBS 1203).

Braucht meine Wallbox einen RCD Typ B?

Nicht zwingend. Zulässig ist je Ladepunkt entweder ein RCD Typ B oder ein RCD Typ A bzw. Typ F zusammen mit einer DC-Fehlerstromüberwachung (RDC-DD), die oft schon in der Wallbox steckt.

Was steht im Prüfprotokoll einer Wallbox?

Anlass, Ladepunkt und Gerätedaten, Schutzeinrichtungen, Sichtprüfung, alle Messwerte mit Bewertung, Funktionsprüfung, Prüfgerät, Gesamtergebnis, Prüfer und nächster Prüftermin.

Was ist der Unterschied zwischen „Wallbox testen“ und „Wallbox-Test“?

„Wallbox testen“ meint die technische Prüfung einer installierten Wallbox. Ein „Wallbox-Test“ ist meist ein Produktvergleich für Kaufinteressenten.