PRÜFTECHNIK. WISSEN
Was bedeutet die CharIN-CCTS-Validierung und was deckt sie nicht ab?
Die CharIN-CCTS-Validierung bedeutet eine Aussage über ein Prüfsystem und das festgelegte CharIN-Anwendungsprofil, das es ausführen kann. Ihre Grenzen: Sie deckt nicht ab und zertifiziert nicht automatisch jede damit geprüfte Ladestation, jede Systemkonfiguration oder zusätzliche Anforderungen an elektrische Sicherheit und Metrologie.
Prüfbereich und Nachweise
| Prüfbereich | Was festzulegen oder aufzuzeichnen ist |
|---|---|
| Validierter Gegenstand | Benannte Konfiguration des Prüfsystems. |
| Profil | Veröffentlichter Umfang des Basic- oder Extended-DC-EVSE-Profils. |
| Ergebnis für die Ladestation | Die tatsächlich ausgeführten Prüffälle und der eigene Zertifizierungsweg. |
| Weitere Bereiche | Sicherheit, Installation und Metrologie benötigen einen eigenen Prüfumfang. |
CharIN führt validierte Systeme für definierte Anwendungsprofile von Ladesystemen auf und unterscheidet sie von anerkannten Laboren und freigegebenen Ladeprodukten. Die öffentliche Liste nennt comemso für die Profile Basic und Extended DC EVSE. [1] CharIN: Konformitätsprüfsysteme, Labore und Produktnachweise
Ein wiederholbarer Prüfablauf
- Den validierten Gegenstand identifizieren. Prüfsystem, Hardware- und Softwarekonfiguration sowie CharIN-Anwendungsprofil dokumentieren. Die bestellte Konfiguration mit dem aktuellen veröffentlichten Listeneintrag und der Freigabedokumentation abgleichen.
- Das Prüfziel für den Prüfling festlegen. Regressionstests in der Entwicklung vom formalen Konformitätsverfahren für das Produkt unterscheiden. Varianten des Prüflings, Protokollunterstützung und Zertifizierungsverantwortliche festlegen.
- Die erforderlichen Prüffälle zuordnen. Anhand der geltenden Profildokumente und der freigegebenen Implementierung ausführbare Fälle, Voraussetzungen und erwartete Ergebnisse auflisten. Fälle außerhalb der gewählten Konfiguration kennzeichnen.
- Mit dokumentierten Versionen prüfen. Firmware des Prüflings, Einstellungen des Prüfsystems, Bibliotheksversion, Messungen und Bewertungen aufzeichnen. Fehlgeschlagene und wiederholte Fälle einschließlich ihrer Bedingungen aufbewahren.
- Das Ergebnis richtig zuordnen. Für die Produktkonformität das Verfahren mit dem anerkannten Labor abstimmen. Weitere Bewertungen zu Sicherheit, Installation und Metrologie als eigene Aufgaben ausweisen.
Nachweise für die Abnahme festlegen
| Prüfkriterium | Nachweis für die Bewertung |
|---|---|
| Dokumentation passt zur Konfiguration | Die Aussage zum validierten System und Profil entspricht der im Bericht verwendeten Konfiguration. |
| Identität des Prüflings | Die ausgeführten Fälle benennen das tatsächlich geprüfte Ladeprodukt, seine Firmware und Variante. |
| Profilabdeckung | Die Fallliste kennzeichnet für das vereinbarte Profil ausgeführte, fehlgeschlagene, nicht anwendbare und offene Fälle. |
| Richtige Schlussfolgerung | Systemvalidierung, Laboranerkennung und Produktfreigabe werden als unterschiedliche Aussagen beschrieben. |
Fehlerbeispiele und Diagnoseprüfungen
Systemlogo als Ladestationszertifikat verwendet
Die Aussage durch die tatsächlich ausgeführten Prüfungen am Prüfling und den passenden Produktkonformitätsnachweis ersetzen.
Basic und Extended vermischt
Profil und Fallversion jeder Bewertung prüfen, bevor Ergebnisse in einer Freigabeaussage zusammengefasst werden.
Konfiguration nach der Validierung geändert
Die geänderte Hardware und Software mit dem validierten Umfang vergleichen und den zugehörigen Freigabenachweis einholen.
Praxistipp. Am Anfang des Berichts Gegenstand, Profil und Konfiguration in einem Satz benennen. So wird die Qualifikation eines Prüfsystems nicht mit der Freigabe eines geprüften Produkts verwechselt.
Einen reproduzierbaren Testfall entwerfen
Die konkrete Validierung statt des Labels betrachten
Prüfen Sie bei einer CCTS-Aussage zunächst die gelistete Anwendung, das Profil und die zugehörige Systemkonfiguration. Der Name des Herstellers allein beschreibt nicht jede freigegebene Hardware, Bibliothek und spätere Erweiterung. Halten Sie die tatsächlich verwendete Konfiguration mit dem Prüfplan fest. Ordnen Sie die vorgesehenen Fälle dem passenden CharIN-Profil zu. Beschreiben Sie Funktionen außerhalb dieses Profils getrennt. So lässt sich die Validierung eines Prüfsystems von den Ergebnissen eines damit geprüften Produkts unterscheiden. Ein Kunde benötigt sowohl die Auswahl eines geeigneten Systems als auch den Nachweis, welche Fälle an seinem konkreten Prüfling unter welchen Bedingungen ausgeführt wurden.
Konformitätsprüfung und Entwicklungsuntersuchung unterscheiden
Ein validiertes System kann für den vorgesehenen Konformitätsumfang und für einzelne Entwicklungsfragen eingesetzt werden. Diese Einsätze haben unterschiedliche Ziele und müssen im Bericht erkennbar bleiben. Bei einer Entwicklungsuntersuchung können ausgewählte Nachrichten, Parameter oder Fehlerbedingungen im Vordergrund stehen. Eine formale Produktbewertung folgt dagegen dem festgelegten Prozess und dessen Nachweisanforderungen. Legen Sie vor dem Versuch fest, welcher Zweck verfolgt wird und wer den Befund bewertet. Eine zusätzliche interne Prüfung ist kein automatischer Ersatz für einen formalen Prozessschritt. Umgekehrt erklärt ein konformes Einzelergebnis nicht jede beobachtete Interoperabilitätsabweichung mit einem anderen realen Ladepartner oder in einer anderen Betriebsumgebung.
Den ausgeführten Umfang im Bericht nachvollziehbar machen
Speichern Sie Systemkonfiguration, Bibliotheksstand, Prüflingsfirmware und die Liste der tatsächlich ausgeführten Fälle. Verknüpfen Sie jede Bewertung mit ihrer Anforderung und der zugehörigen Aufzeichnung. Beschreiben Sie Abweichungen vom vorgesehenen Aufbau und offene Nachweise ausdrücklich. Vermeiden Sie eine allgemeine Aussage wie vollständig geprüft, wenn nur ein ausgewählter Teil untersucht wurde. Bei einer Aktualisierung des Systems müssen Änderungen an Stimulus und Bewertungslogik nachvollziehbar bleiben. Bewahren Sie deshalb auch den früheren Rezeptstand auf. Ein späterer Vergleich kann dann unterscheiden, ob sich der Prüfling verbessert hat, der Fall anders ausgeführt wurde oder ein zuvor nicht berücksichtigter Anforderungspunkt hinzugekommen ist.
Beispiel: ein Ergebnis über den Profilumfang hinaus bewerten
Ein Team erhält einen erfolgreichen Bericht für einen ausgewählten DC-EVSE-Umfang und möchte ihn für eine zusätzliche Funktion verwenden. Prüfen Sie zuerst, ob diese Funktion zum gelisteten Profil und zu den ausgeführten Fällen gehört. Ist das nicht der Fall, legen Sie einen eigenen Prüfplan und die dafür erforderlichen Voraussetzungen an. Behalten Sie den ursprünglichen Bericht mit seiner tatsächlichen Aussage bei. Ergänzen Sie die neue Untersuchung als getrennte Aufzeichnung. Das vermeidet, dass ein zutreffender Befund nachträglich eine breitere Bedeutung erhält. Besprechen Sie formale Anerkennung und weitere Prozessschritte mit der zuständigen Stelle, statt sie allein aus dem verwendeten Produktnamen abzuleiten.
Fragen zu diesem Prüfumfang
Ist comemso für beide DC-EVSE-Profile gelistet?
Die öffentliche CharIN-Liste nennt comemso für die Anwendungsprofile Basic und Extended DC EVSE. Die konkrete Konfiguration und die freigegebenen Prüffälle mit diesem Listeneintrag abgleichen.
Wer stellt das Ergebnis für das Ladeprodukt aus?
Das formale Verfahren mit dem anerkannten Labor und den Produktverantwortlichen abstimmen. Die Listung des Prüfsystems ist eine eigenständige Qualifikation.
Welche Unterlagen sollte ein Entwicklungsteam aufbewahren?
Profil, Konfiguration, Firmware des Prüflings, Fallversionen, Aufzeichnungen und Bewertungen aufbewahren. Damit lassen sich Fehlerbedingungen nach einer Änderung reproduzieren.
Ist die CCTS-Validierung des Systems ein Zertifikat für meinen Prüfling?
Nein. Die Systemvalidierung beschreibt den bestätigten Einsatzumfang des Prüfsystems. Für das Produkt benötigen Sie die ausgeführten Prüfungen und den jeweils vorgesehenen Bewertungsprozess. Dokumentieren Sie beides getrennt und verknüpfen Sie es über die tatsächlich verwendete Systemkonfiguration, das Profil und die Prüflingsdaten.
Was muss ich bei einer neuen Bibliotheksversion vergleichen?
Die betroffenen Fälle, deren Stimulus, Bewertungsregeln und die freigegebene Konfiguration. Halten Sie fest, welche Änderungen für Ihren bisherigen Prüfplan relevant sind. Wiederholen Sie die ausgewählten Vergleichsfälle mit nachvollziehbaren Versionsdaten, damit eine neue Bewertung nicht ohne Prüfung mit einem früheren Ergebnis gleichgesetzt wird.
Quellen und weiterführende Informationen
Fachlicher Inhalt: comemso. Aktualisiert am .