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PRÜFTECHNIK. WISSEN

Wie prüfen Sie ISO 15118-20, Plug & Charge und bidirektionales Laden an einer EVSE?

Protokollaushandlung, Authentifizierung und Steuerung der Energieübertragung – auch für bidirektionales Laden (BPT) – als eigene Prüffälle definieren. Das unterstützte ISO-15118-20-Profil, die Testzugangsdaten und die Übertragungsrichtung festlegen. Anschließend Normalabläufe und vereinbarte Fehlerreaktionen prüfen.

Prüfbereich und Ergebnisse

PrüfbereichWas festzulegen oder aufzuzeichnen ist
ProtokollAusgabe, Profil und unterstützte Dienste benennen.
AuthentifizierungSzenarien mit gültigen und ungültigen Zugangsdaten festlegen.
EnergierichtungQuellen- und Senkentechnik sowie Betriebsgrenzen vereinbaren.
NachweisNachrichten und elektrisches Verhalten zeitlich zuordnen.

ISO 15118-20:2022 beschreibt die EV–EVSE-Kommunikation einschließlich Anforderungen an bidirektionale Abläufe. Änderung 1:2026 ist veröffentlicht und ergänzt Änderungen an Diensten und Sicherheit. Grundausgabe und vereinbarte Änderung vor der Fallauswahl benennen. [1] ISO 15118-20:2022 [2] ISO 15118-20:2022/Amd 1:2026

Ein wiederholbarer Prüfablauf

  1. Eine Dienstmatrix erstellen. Implementierte Energieübertragungsdienste, Authentifizierungsarten, Regelungsarten und Übertragungsrichtungen auflisten. Diese jeweils der Firmware und der freigegebenen Bibliothekskonfiguration zuordnen.
  2. Kontrollierte Testzugangsdaten vorbereiten. Eine Testumgebung mit dokumentierten Vertrauensankern, Zertifikatsgültigkeiten und Gerätezeit verwenden. Produktive Zugangsdaten aus den Diagnosenachweisen heraushalten.
  3. Aushandlung und Autorisierung prüfen. Zuerst den vorgesehenen Dienst und Authentifizierungsweg ausführen. Dienstauswahl, Sicherheitsergebnis und Übergang in den zulässigen Ladezustand erfassen.
  4. Fehlerpfade unabhängig prüfen. Unterstützte ungültige oder abgelaufene Zugangsdaten, nicht unterstützte Dienstanfragen und unterbrochene Sitzungen als getrennte Fälle prüfen. Erwartete Zurückweisung oder Wiederherstellung und das Ausbleiben unbeabsichtigter Energieübertragung bestätigen.
  5. Jede unterstützte Richtung prüfen. Bei bidirektionaler Übertragung Vorzeichenkonventionen, ausgehandelte Grenzen und gemessene Richtung mit geeigneter Quellen- und Senkentechnik prüfen. Einen kontrollierten Stopp und eine neue Sitzung einschließen.
Originale comframe-Ansicht · EVCA · ISO 15118-5 SECC TestLib
  1. Testanforderung: ausgewählter Testfall, PICS und PIXIT.
  2. Gerätezustand: Live-CP-Werte in der Statusleiste.
  3. Ergebnisablauf: Test Procedure; diese Aufnahme zeigt keinen Testentscheid.
Originale comframe-Ansicht · EVCA · ISO 15118-5 SECC TestLib
Diese originale ISO-15118-5-SECC-Ansicht zeigt die Testkonfiguration. Wählen Sie für ISO-15118-20-Tests eine separat freigegebene ISO-15118-20-Bibliothek mit dem passenden Umfang.

Ergebnisse für die Abnahme festlegen

PrüfkriteriumNachweis für die Bewertung
Ausgabe und DienstDas Ergebnis benennt Grundnorm, Änderungsstand, ausgewählten Dienst und Authentifizierungsart.
SicherheitsergebnisGültige Testzugangsdaten funktionieren. Das gewählte ungültige Szenario erzeugt die geforderte Fehlerreaktion.
EnergierichtungNachrichteninhalt, gemessenes Strom- beziehungsweise Leistungsvorzeichen und tatsächliches Quellen- oder Senkenverhalten stimmen überein.
WiederherstellungDer Prüfling stoppt und startet gemäß dem vereinbarten Fall erneut, ohne einen ungültigen Autorisierungszustand beizubehalten.

Fehlerbeispiele und Diagnoseprüfungen

Bekanntes Zertifikat zurückgewiesen

Gerätezeit, Vertrauensanker und Konfiguration der Zwischenzertifikatskette prüfen, bevor die Nachrichtencodierung als Ursache angenommen wird.

Laden funktioniert, Rückspeisung scheitert

Dienstaushandlung, Richtungsfreigaben und Quellen- beziehungsweise Senkenkonfiguration getrennt prüfen.

Zwei Implementierungen wählen unterschiedliche Betriebsarten

Angebotene Dienste und unterstützte Regelungsarten vergleichen. Das tatsächlich ausgehandelte Profil in der Bewertung verwenden.

Praxistipp. Die Aufzeichnung der Dienstauswahl und einen nicht geheimen Fingerabdruck des Testzertifikatsatzes mit jedem Ergebnis speichern. Vor dem Teilen von Diagnosedaten private Schlüssel und Kundenkennungen entfernen.

Einen reproduzierbaren Testfall entwerfen

Dienst, Rolle und Protokollausgabe eindeutig benennen

ISO 15118-20 ist kein einzelner universeller Prüffall. Legen Sie fest, welchen Dienst und welche Betriebsart die Station im Projekt unterstützt und welche Gegenstelle der Aufbau simuliert. Halten Sie die ausgewählte Ausgabe, das freigegebene Profil und die relevanten Zustandsübergänge fest. Trennen Sie die Untersuchung der Kommunikation von der Untersuchung der tatsächlichen Energieübertragung. Für eine bidirektionale Funktion muss der elektrische Aufbau auch die gewählte Richtung und den vorgesehenen Ablauf unterstützen. Prüfen Sie diese Voraussetzungen vor der Fallauswahl. Die reine Bezeichnung ISO 15118-20 oder Plug & Charge sagt noch nicht, welche implementierten Funktionen ausgeführt und welche elektrischen Reaktionen beobachtet wurden.

Eine kontrollierte Umgebung für Plug & Charge vorbereiten

Dokumentieren Sie die für den ausgewählten Prüffall benötigten Zertifikate, Vertrauensbeziehungen und Zugänge, ohne vertrauliche Schlüssel in den Bericht zu übernehmen. Stellen Sie zunächst einen nachvollziehbaren Referenzablauf her. Ergänzen Sie danach die unterstützten Varianten der Authentifizierung und die vorgesehenen Fehlerbedingungen. Halten Sie fest, welcher Bestandteil der Umgebung jede Voraussetzung liefert und wie sein Zustand geprüft wird. Eine fehlgeschlagene Authentifizierung kann durch mehrere unterschiedliche Bedingungen entstehen. Sichern Sie deshalb die betreffende Nachrichtenfolge und den tatsächlich beobachteten Ausgang. Verwechseln Sie den Erfolg in einer kontrollierten Testumgebung nicht mit dem Nachweis jeder möglichen Backend-, Zertifikats- oder Betreiberkombination im späteren Betrieb.

Bidirektionale Kommunikation und Leistung getrennt nachweisen

Ein ausgehandelter Dienst oder ein akzeptierter Parameter zeigt zunächst das beobachtete Kommunikationsverhalten. Für den Nachweis der Energieübertragung brauchen Sie die passenden Leistungskomponenten und die vorgesehenen Messgrößen. Verknüpfen Sie Nachrichten, Zustände und elektrische Reaktionen über eine definierte Zeitbasis. Beschreiben Sie, welche Umschaltungen der Prüfling tatsächlich ausführt und welche Bedingungen außerhalb des Aufbaus liegen. Bewerten Sie jeden Fall anhand des ausgewählten Profils und der konkreten Anforderung. Übertragen Sie keine Grenze aus einer anderen Betriebsart ungeprüft auf den Versuch. Ein Bericht mit getrennten Kommunikations- und Leistungsnachweisen zeigt dem Entwicklungsteam, welcher Teil funktioniert und an welchem Punkt die Untersuchung weitergehen muss.

Beispiel: einen abgewiesenen Dienst einordnen

Angenommen, die Station lehnt in einem kontrollierten Versuch einen angeforderten Dienst ab. Prüfen Sie zuerst, ob dieser Dienst in der getesteten Konfiguration tatsächlich vorgesehen ist und ob die Anfrage dem ausgewählten Profil entspricht. Vergleichen Sie anschließend den Referenzablauf und den gezielt geänderten Parameter. Beobachten Sie die Antwort und den folgenden Zustand, statt nur einen abschließenden Fehlertext auszuwerten. Wiederholen Sie nach einer Korrektur den ursprünglichen Fall und die relevanten Vergleichsvarianten. Speichern Sie dabei auch die Version der Testumgebung. Dieses Vorgehen trennt einen Implementierungsfehler von einer nicht unterstützten Funktion und von einer falschen Voraussetzung des Prüfaufbaus.

Fragen zu diesem Prüfumfang

Belegt eine erfolgreiche Plug-&-Charge-Sitzung die bidirektionale Übertragung?

Den gewählten Übertragungsdienst und jede Richtung separat ausführen. Eine erfolgreiche Authentifizierung liefert keinen elektrischen Nachweis für die Rückspeisung.

Sollte die Änderung von 2026 automatisch vorausgesetzt werden?

Den Änderungsstand für beide Implementierungen und die Prüfbibliothek vereinbaren und dokumentieren. Fälle der Grundausgabe und der geänderten Ausgabe müssen unterscheidbar bleiben.

Wie belege ich einen Fall mit ungültigen Zugangsdaten?

Zustand der Zugangsdaten, Gerätezeit und Protokollergebnis aufzeichnen. Anschließend den elektrischen Zustand prüfen, den der gewählte Fehlerfall fordert.

Belegt ein erfolgreicher Plug-&-Charge-Ablauf alle Zertifikatsvarianten?

Nein. Das Ergebnis gilt für die ausgeführte Konfiguration und die tatsächlich geprüften Vertrauens- und Authentifizierungsbedingungen. Wählen Sie weitere Varianten aus den Projektanforderungen und dokumentieren Sie deren Voraussetzungen separat. Eine erfolgreiche Referenzsitzung ist ein Ausgangspunkt für die Fallmatrix und kein Beleg für jede spätere Backend-Kombination.

Reicht eine bidirektionale Nachrichtenfolge als Leistungsnachweis?

Nein. Sie beschreibt zunächst die beobachtete Kommunikation. Die tatsächliche Energieübertragung benötigt geeignete Leistungskomponenten, Messungen und eine passende Bewertungsmethode. Verknüpfen Sie beide Nachweise im Bericht und nennen Sie ausdrücklich, wenn der Aufbau nur die Kommunikation oder nur eine ausgewählte elektrische Betriebsbedingung untersucht hat.

Quellen und weiterführende Informationen

ISO 15118-20:2022

Fachlicher Inhalt: comemso. Aktualisiert am .